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Das
Auge ist unser Hauptsinn. Wir nennen das Antlitz „Gesicht“, „betrachten“
die Dinge und „nehmen etwas in Augenschein“. Schon der Sprachgebrauch zeigt,
wie abhängig der Mensch vom Sehen ist.
Die
Benutzung der Augen im Kampf ist fast genau so wichtig wie die Atmung. Nur
„fast“ genau so, weil es ohne Atmung überhaupt nicht geht, ohne zu sehen
unter Umständen ja.
Wer
hat sich nicht schon mal mit der Frage beschäftigt: „Wo soll ich hinsehen im
Kampf?“ Diese Frage steht seit eh und je. Einige mögen jetzt sagen: „ Egal,
einfach plattmachen den Gegner!“ Nun, das mag wohl für 2 Meter-Männer mit
breitem Kreuz der Weg sein. Was tut aber jemand, der auf Technik und Taktik
angewiesen ist, da er körperlich nicht so gut ausgestattet ist?
Drei
wichtige Punkte, die beim Blick zu beachten sind:
In
frühen Zeiten der Kampfkünste, kannten die verschiedenen Schule
unterschiedliche Arten o.g. Punkte zu berücksichtigen:
Vor
über 15 Jahren lernte ich zwei Lehrer kennen lernte, die keine der o.g. Methoden
praktizierten. Der eine blickte immer leicht neben den Gegner, was sehr
irritierend war für mich und der andere wanderte mit seinem Blick ständig über
den ganzen Körper, ohne zu fixieren.
Daraus
könnte man Schussfolgern, dass es wahrscheinlich mit den verschiedensten Arten
möglich ist erfolgreich zu arbeiten. Wobei einige der o.g. Methoden sicher mehr
stilfixiert sind.
Eine
Synthese aus diesen Methoden ist die sog., von Ed Parker definierte, „Outerrim
Theory“. Hier sind alle og. Bereiche enthalten und werden kontrolliert. Man
konzentriert sich auf den Outerrim – Bereich als ganzes (siehe auch hierzu
„Outer Rim“). Versuche durch die ideale Methode des Sehens, aus den kleinsten Regungen des Gegners einen möglichen Angriff zu erkennen, um ihn im Ansatz zu verhindern.
Schnelles
(aufmerksames) Sehen ist nicht angeboren, man muss es trainieren! Zum Beispiel auch für Personenschützer ist es besonders wichtig, auf eine bestimmte Art und Weise zu „sehen“. Neben der direkten Fixierung auf das Umfeld der Schutzperson, muss ebenfalls das weitere Umfeld beobachtet und nach möglichen Gefahren sondiert werden. Master Berwing bezeichnet die Art des Sehens im Personenschutz als "Intelligentes Sehen". Es reicht nicht nur schnell zu Erfassen, sondern es muss auch blitzschnell ausgewertet werden, um die nötigen Maßnahmen einzuleiten und das alles im Team. Ein gut eingespieltes Team arbeitet wie ein "Gehirn", ohne Konflikte des Abgleichs von Daten.
Vorausschauendes
Sehen, kann größere Gefahren im Vorfeld verhindern. In der Kampfkunst kann schnelles Sehen langsame Techniken ausgleichen (also die eigene Gesamtgeschwindigkeit erhöhen, ohne mehr Energie zu verbrauchen). Man unterscheidet zwei Hauptarten des Sehens (siehe auch test):
Das
Sehfeld vergrößert sich mit zunehmender Entfernung und verkleinert sich im
Nahbereich. Schon ab Armlänge und dichter entstehen „Oscure Zones“,
Bereiche, die mit den Augen nicht mehr kontrollierbar sind. Hier ist es wichtig
den taktilen Kontakt (checking) aufzunehmen und nicht zu verlieren. Der optische Reiz ist einer der langsamsten, schneller ist der akustische und am schnellsten der taktile Reiz. Alle drei Möglichkeiten Informationen zu erhalten, sollten optimal für den Kampf ausgenutzt werden.
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